Etwas über die Autorin ...

Christine Bonvin ist im Aargau aufgewachsen, über Schottland und das Zürcher Oberland im Wallis gestrandet. Die Lust am Schreiben erwachte erst in den reiferen Jahren. Vorher setzte sie ihre Energien ein, um ihren Sohn grosszuziehen und ein Ingenieurbüro aufzubauen. Idee und Geschichten schlummerten in einer Schublade, bis es Zeit war sie herauszuholen. Daraus sind zwei Genusskrimis entstanden und allerhand Kurzgeschichten. Wenn sie nicht in die Tasten haut, empfängt sie Gäste in ihrem B&B oder arbeitet im Naturgarten. Sie kocht gerne und trinkt mit Genuss ein Glas Wein.

   

Sieben persönliche Fragen an Christine Bonvin:

Quelle:

1. Kriminetz: Du bezeichnest dich als Quereinsteigerin im schreibenden Beruf. Was hat dich dazu gebracht, Schriftstellerin zu werden?

Christine Bonvin: Wie so oft in meinem Leben – eine Fügung. Ein Freund fragte mich 2005 an, ob ich Interesse hätte an einem Reiseführer mitzuarbeiten über Historische Hotels und Gasthäuser in Schottland, Wales und auf den Kanal Inseln. Just zu diesem Zeitpunkt hatte das Geschäft verkauft, das ich siebzehn Jahre lang mit meinem Partner geführt und aufgebaut hatte. So kam es, dass ich nach Wales reiste und dort drei Wochen lang ausgefallene Orte und Häuser besuchte und deren Geschichte aufschrieb.

2. Kriminetz: Weshalb fiel deine Entscheidung auf das Genre Krimi?

Christine Bonvin: Der gleiche Verlag kam auf die Idee Genusskrimis herauszugeben und schrieb die Autoren in ihrer Datei an. Ich entschied mich einen Versuch zu starten und wurde angenommen. Mit Hilfe von Büchern lernte ich wie man ein Exposé schreibt, Figuren aufbaut und den Spannungsbogen zieht. Die Idee für den ersten Krimi kam mir auf einer Gourmetfahrt im Glacier-Express.

3. Kriminetz: In deinen Krimis „Gourmetfahrt im Glacier-Express“ und „Olympiade der Köche“ wird das Essen in die Handlung verwoben. Ist es dir selbst wichtig, gesund zu essen?

Christine Bonvin: Essen ist ein Bestandteil des Lebens. Ich behaupte sogar, nach Atmen und trinken einer der Wichtigsten. Nun kann man einfach etwas Essen damit man ernährt ist (was ich manchmal auch tue) oder aber man kann die Mahlzeit gestalten, verfeinern mit Kleinigkeiten aufpeppen. Unter gesund essen verstehe ich, dass ich einen Teil der Lebensmittel selber und biologisch anpflanze und von den anderen größtenteils weiß, wo sie herkommen. Zudem versuche ich, mich ausgewogen und saisongerecht zu ernähren. Ich koche eher Hausmannskost, finde es jedoch wichtig, dass ein Teller schön angerichtet ist – das Auge isst mit! Ein weiterer Aspekt beim Essen ist die Tischgemeinschaft. Ich genieße die Zeit mit meinem Mann, der Familie und Freunden am Tisch.

4. Kriminetz: In „Stille Nacht, tödliche Nacht“, der Weihnachtsanthologie des Bookspot-Verlages, für die dieser eine Ausschreibung machte, wurde dein Kurzkrimi „Ein schönes Geschenk“ aufgenommen. Was begeistert dich an der kurzen Form?

Christine Bonvin: Ich finde es recht anspruchsvoll auf wenig Seiten, die Figuren zu charakterisieren, eine spannende Geschichte auf den Punkt zu bringen – mit einer Wendung die niemand erwartet. Weil man nicht ausholen kann, sollte die Beschreibung kurz, bündig und präzise sein. Wenn ich wenig Zeit habe, lese ich auch gerne Kurzgeschichten. Zum Beispiel beim Zugfahren oder in der Mittagspause.

5. Kriminetz: Du bist im Vorstand des SYNDIKATS (Schatzmeisterin), der Autorengruppe deutschsprachiger Kriminalliteratur. Worin bestehen deine Aufgaben?

Christine Bonvin: 2017 wurde ich einen Tag vor der Jahresversammlung unerwartet angefragt, ob ich als Sprecherin des SYNDIKATS amtieren möchte. Nachdem ich eine Nacht darüber geschlafen hatte, sagte ich zu. Bis zu diesem Tag hatte ich vor allem von der Vereinigung profitiert. Ich war bereit etwas zurückzugeben. Mit meinen beruflichen Kenntnissen und Erfahrungen sah ich mich befähigt. In diesem Jahr übernahm ich aushilfsweise für drei Monate die Geschäftsstelle. Zudem war die Organisation der Umwandlung der Autorengruppe in einen Verein am Laufen. Vorstand, Sprecher und Beiräte haben nach einer Anlaufzeit gut zusammengearbeitet. Um eine Kontinuität zu gewähren, habe ich mich im Frühjahr 2018 im neugegründeten Verein als Vorstand zur Verfügung gestellt und wurde gewählt. Wie es sich für eine Schweizerin gehört, verwalte ich die Finanzen :-). Einmal monatlich halten wir eine Videokonferenz ab und besprechen die anfallenden Probleme, die wir nicht per Mail erledigen konnten. Wir sind ein gutes Team und ich freue mich, einen Teil davon sein zu dürfen.

6. Kriminetz: Du bietest „Bed- and Breakfast“ an. Was ist das Besondere in der Umgebung deiner Unterkunft?

Christine Bonvin: In Sierre scheint 300 Tage pro Jahr die Sonne – sagt die Werbung! Das Gebiet des Kantons Wallis erstreckt sich vom Genfersee bis zum Rhone Gletscher. Es ist die größte Weinanbauregion der Schweiz mit Rebsorten wie Petite Arvine oder Cornalin, die nur hier heimisch sind. 41 Viertausender prägen die Landschaft. Ebenso facettenreich sind die Menschen und die Sprache. Die Natur ist überwältigend und das Angebot an Wanderungen und Sportmöglichkeiten ist enorm. Kulinarisch sind unter anderem Fondue, Raclette und Trockenfleisch angesagt.
Im nächsten Jahr schreibe ich an einem Zweitreiseführer über den Kanton Wallis. Bestimmt werde ich selbst Neues entdecken..

7. Kriminetz: Wohin verreist du selbst am liebsten?

Christine Bonvin: Im Moment sitze ich in Guadeloupe unter einer Palme, genieße die Sonne und einen Fruchtsaft mit Rum. Ich bin ein Weihnachtsmuffel und verreise am liebsten im Dezember und Januar. Letztes Jahr war ich um diese Zeit in Neuseeland. Sonst habe ich gerne nordische Länder. Vor Jahren habe ich einmal in Schottland gewohnt, deshalb kehre ich immer wieder gerne dorthin zurück.